Wo fange ich mit Ordnung an? Einstieg bei ADHS

Es gibt keine Reihenfolge, die für alle passt. Aber es gibt Fragen, die dir die Wahl erleichtern, und einen Ablauf, den du in jedem Bereich nutzen kannst. Dazu: ein Wegweiser durch alle Artikel hier im Blog.
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Darum gehts

„Wo fange ich an?“ Diese Frage höre ich am häufigsten. Und ich wünschte, ich könnte dir eine feste Reihenfolge geben: erst die Küche, dann das Bad, dann der Kleiderschrank.

Die gibt es aber nicht. Welcher Bereich der richtige ist, hängt von dir, deinem Alltag und deinem Zuhause ab. Selbst Menschen im selben Haushalt geben darauf oft unterschiedliche Antworten.

Was es gibt: ein paar Fragen, die dir die Wahl erleichtern, und einen Ablauf, den du in jedem Bereich nutzen kannst. Und am Ende einen Wegweiser durch alle Artikel hier im Blog.

Welcher Bereich zuerst? Schau, wo du am meisten Zeit und Nerven verlierst

Die naheliegende Frage ist: Was stört dich am meisten? Nur: Meistens stören dich sehr viele Dinge. Und nicht alle davon sind am Anfang wichtig.

Besser ist die Frage: Wo verlierst du jeden Tag Zeit und Nerven?

Zwei Beispiele:

  • Die Schlafzimmertür geht nicht richtig auf, weil dahinter etwas steht. Das stört dich. Aber es bremst nicht deinen ganzen Tag, es sieht niemand außer dir, und es stresst dich nur, wenn du daran denkst.
  • Auf der Arbeitsfläche in der Küche ist kein Platz. Deshalb hast du jeden Morgen Stress, und mittags und abends gleich noch einmal.

Dann fang bei der Arbeitsfläche an. Dort merkst du den Unterschied jeden Tag.

Übe zuerst an deinen eigenen Sachen

Und jetzt kommt das Aber. Wenn der Bereich, der dich am meisten stresst, groß ist oder viele Menschen ihn nutzen, wie die Küche, dann ist er für den Anfang oft eine Nummer zu groß.

Das hat einen Grund: Solange du an so einem Bereich arbeitest, wird es drumherum erst einmal unordentlicher. Was an einem Platz falsch war, landet vorübergehend an einem anderen, der noch nicht sortiert ist. Das geht so lange, bis du fertig bist. In der Küche, wo ohnehin schon viel los ist, kann sich das über Wochen ziehen.

Mit etwas Übung werden aus diesen Wochen Tage. Deshalb würde ich dir empfehlen, zuerst an einem Bereich zu üben, in dem nur deine Sachen sind:

  • dein Teil im Bad: Zahnbürste, Haarbürste, deine Pflegeprodukte
  • dein Arbeitsplatz zu Hause
  • deine Bücher oder die Sachen für dein Hobby

Dort bist du von niemandem abhängig. Und du lernst, worauf du selbst achtest, wenn du entscheidest, was bleibt:

  • Wie oft benutze ich das?
  • Mag ich es besonders?
  • Ist es noch heil, oder erfüllt es trotz Macken seinen Zweck?

Wenn du das einmal an deinen eigenen Sachen herausgefunden hast, gehst du an die großen Bereiche ganz anders heran. Du weißt dann, wie klein du die Schritte machen musst, damit du nicht mittendrin hängen bleibst.

Wenn andere mitbetroffen sind: Hol dir das Okay

Willst du einen Bereich angehen, den auch andere nutzen, dann sprich vorher mit ihnen. Zum Beispiel so: „Ich würde gern die Küche angehen. Ist es für euch in Ordnung, wenn ich den ersten Schritt allein mache? Wenn ich auf etwas von euch stoße, frage ich euch.“

Wenn alle zustimmen, kannst du loslegen.

Schwieriger wird es, wenn die Hälfte der Sachen gar nicht dir gehört. Wenn zum Beispiel vieles in der Küche vor allem von deinem Partner, deiner Partnerin oder deinem Teenie genutzt wird und es heißt: „Ich komme mit meinen Sachen gut klar, lass das bitte.“ Dann lohnt sich die ehrliche Frage, ob du dir genau diesen Bereich als Einstieg vornehmen willst. Oder ob du lieber mit deinen eigenen Sachen anfängst und die Küche später gemeinsam angeht.

Wie ihr Zuständigkeiten im Haushalt klären könnt, findest du im Artikel Mental Load bei ADHS: Warum Haushalt mehr ist als Putzen und Aufräumen.

Der Ablauf, egal wie klein der Bereich ist

Egal ob Küchenschublade oder Sortierbox: Dieser Ablauf bleibt gleich.

  1. Ausräumen. Alles raus, auch aus der kleinsten Box.
  2. Sauber machen. So leer wirst du diesen Platz so bald nicht wieder sehen. Irgendetwas ist immer drin, selbst nach zwei Monaten: Staub, Krümel, ein Puzzleteil.
  3. Nach den Kriterien, die du für dich herausgefunden hast, aussortieren und kategorisieren.
  4. Müll sofort weg. Nicht lange überlegen, ob sich eine Reparatur lohnt. Bei den meisten Dingen lohnt sie sich nicht.
  5. Nur zurückräumen, was du behalten willst.

Und dann bist du fertig mit diesem Schritt. Fang jetzt nicht an, die ganze Schublade umzuorganisieren. Du hast erst einen Teil davon angeschaut, für den Rest fehlt dir noch der Überblick.

Das klingt nach wenig. Aber wenn du jeden Schritt so angehst, bist du viel schneller am Ziel, als wenn du dich jedes Mal übernimmst, danach drei Monate Pause machst und schon beim Gedanken an das Projekt keine Lust mehr hast. Mach es dir so leicht wie möglich, dann bleibst du dran.

Was immer gilt

  • Ausmisten kommt vor dem Organisieren. Erst wenn du weißt, was bleibt, weißt du, welchen Platz es braucht.
  • Für Ordnung musst du nichts kaufen. Was du schon hast, darfst du nutzen. Für den Anfang reichen ein Pappkarton oder eine alte Dose.
  • Ein einzelnes Ordnungsprojekt zur Zeit, bis es fertig ist.
  • So klein wie möglich. Lieber zwei überschaubare Bereiche fertig als einen großen halb.
  • Grundordnung vor Routinen. Routinen helfen dir, Ordnung zu halten. Ohne Grundordnung gibt es aber nichts, was sie halten können.

Wegweiser: Wo du weiterlesen kannst

📦Boxen, Organizer und Etiketten

Bevor du etwas kaufst und wenn alle wiederfinden sollen, was wohin gehört.

🎁Feste, Besuch und Geschenke

Für Weihnachten, Geburtstage und alle Anlässe, zu denen es voller wird.

📸Du hast tausende Fotos

Vom ersten Aussortieren bis zur Struktur, die bleibt.

Cheerleading

Du weißt, wie Ordnung geht. Allein dranbleiben ist der schwierige Teil.

Im Cheerleading begleite ich dich über Monate bei deinem Ordnungsprojekt. Keine neuen Boxen und kein „erst mal alles ausräumen“, sondern machbare Schritte, die zu deinem Alltag passen, und jemand, der nachfragt.

  • Jeden Tag eine persönliche Nachricht mit einer Aufgabe, die auf deinen Alltag zugeschnitten und in kurzer Zeit machbar ist
  • Ich frage nach: Hast du es gemacht? Wie lief es?
  • Alle zwei Wochen ein Gespräch per Telefon oder Video
  • Über den Messenger, den du ohnehin nutzt

80 € im Monat

Mindestlaufzeit 3 Monate,
danach monatlich kündbar

Ob wir zusammenpassen, klären wir vorher im kostenlosen Erstgespräch. Danach entscheidest du.

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