Ob Weihnachten, Ostern oder das Zuckerfest: Zu vielen Festen gehört Deko. Und Deko hat eine Eigenschaft, die man leicht unterschätzt. Sie ist elf Monate im Jahr nicht zu sehen, braucht aber das ganze Jahr Platz.
In diesem Artikel geht es vor allem um Weihnachtsdeko, weil sie bei den meisten am meisten Raum einnimmt. Die Ideen kannst du aber auf jede andere Festdeko übertragen.
Ich selbst habe sehr wenig Deko. Zu Weihnachten sind es ein Weihnachtsbaum aus Draht, bei dem die Beleuchtung direkt in den Ästen sitzt, eine Kiste Kugeln, ein Aufsteller mit Licht und eine alte Diddle-Figur, die ich als Kind von meiner Mama bekommen habe. Das passt in zwei Boxen im Kellerschrank.
Das heißt nicht, dass du es genauso machen musst. Wie viel Deko zu dir passt, entscheidest du. Aber egal, ob du zwei Boxen hast oder zehn: Sie sollten so verstaut sein, dass du sie nächstes Jahr wiederfindest und nicht die Hälfte neu kaufst.
Deko sammelt sich fast unbemerkt an. Hier ein neuer Anhänger vom Weihnachtsmarkt, da ein Geschenk von der Kollegin, dazu die selbstgebastelten Sterne aus dem Kindergarten. Und weil die Kisten nur einmal im Jahr geöffnet werden, fällt gar nicht auf, wie voll sie werden.
Dazu kommt bei ADHS ein bekanntes Muster: Was nicht sichtbar ist, ist schnell vergessen. Die Kiste steht im Keller, du weißt nicht mehr genau, was drin ist, und im Dezember kaufst du neue Kugeln, weil die alten gerade nicht auffindbar sind. Im Januar hast du dann doppelt so viele.
Beides hat Vor- und Nachteile, und was besser zu dir passt, ist ein Stück weit Typsache.
Beim Auspacken | Beim Wegräumen |
Vorteile Du siehst, was bei der Lagerung kaputtgegangen ist, etwa weil die Kiste umgefallen ist oder etwas Schweres darauf stand. Du prüfst Lichterketten, bevor sie hängen. Ein Kabelbruch kann einen Brand auslösen, deshalb ist früh besser. Was dir nicht mehr gefällt, kannst du noch vor dem Fest spenden, wenn andere es brauchen. Du räumst nichts ein ganzes Jahr lang wieder ein, das du loswerden willst. | Vorteile Du siehst, was du diese Saison gar nicht benutzt hast. Es liegt noch in der Kiste. Du siehst, was über die Wochen kaputtgegangen ist. Du weißt, was dir dieses Jahr nicht mehr gefallen hat. Im Januar ist oft mehr Ruhe als im Advent. |
Nachteile In der Adventszeit ist oft wenig Zeit und Ruhe. Du weißt noch nicht, was du diese Saison nutzt. | Nachteile Nach dem Fest will kaum jemand Weihnachtsdeko haben. Spenden ist schwieriger. Wegräumen fühlt sich oft wie eine lästige Pflicht an, bei der man schnell fertig sein will. |
Am besten machst du beides: Beim Auspacken sortierst du das Offensichtliche aus, also alles, was kaputt ist, nicht mehr leuchtet oder dir sofort nicht mehr gefällt. Beim Wegräumen kommt dazu, was du diese Saison gar nicht genutzt hast.
Und wenn du ohnehin nur zu einem der beiden Zeitpunkte Lust hast: Lieber einmal im Jahr aussortieren als gar nicht.
Bei selbstgebastelten Stücken von deinen Kindern geht es oft auch um Erinnerung. Wie du mit Erinnerungsstücken umgehen kannst, steht im Artikel Kinderzimmer ausmisten.
Was noch gut ist, du aber nicht mehr willst, kannst du verschenken oder spenden. Annahmestellen in deiner Nähe findest du zum Beispiel über wohindamit.org. Am leichtesten geht das vor dem Fest. Wenn du erst beim Wegräumen aussortierst, leg die Sachen mit einem Zettel „weggeben“ ganz oben in die Kiste und gib sie beim nächsten Auspacken direkt weiter.
Eine feste Zahl gibt es nicht. Ich empfehle dir: Die Kisten, die du jetzt schon für Weihnachtsdeko hast, sind deine Grenze. Es kommen keine weiteren dazu.
Wenn du etwas Neues möchtest, hilft One In, One Out: Erst geht ein anderes Teil, dann darf das neue einziehen. So wächst die Deko nicht jedes Jahr ein Stück weiter in deinen Keller. Mehr zu diesem Tipp findest du im Artikel Geschenke ohne Chaos.
Für Ordnung musst du nichts kaufen, auch nicht für Deko. Das meiste kannst du mit Dingen lösen, die schon da sind.
Lichterketten verknoten sich in der Kiste fast von selbst. Es gibt dafür Spulen zum Aufwickeln, die musst du aber nicht kaufen. Ein Stück stabile Pappe, in das du an zwei Seiten Kerben schneidest, macht denselben Job. Du wickelst die Kette darum und klemmst die Enden in die Kerben.
Künstliche Kränze behalten ihre Form am besten, wenn sie hängen, zum Beispiel an einem Haken im Keller, mit einer Tüte darüber gegen Staub. Wenn das nicht geht, lege sie flach oben auf die Kisten, damit nichts darauf drückt.
Bewahre deine Festdeko an einem Ort auf. Nicht die Kugeln im Keller, die Lichterketten im Flurschrank und den Adventskranz auf dem Dachboden.
Bei ADHS ist das besonders wichtig: Wenn Deko an drei Orten liegt, findest du beim Auspacken nur zwei davon. Und wenn du dir nicht sicher bist, ob du etwas noch hast, kaufst du es neu.
Beschrifte die Kisten außen gut lesbar, zum Beispiel „Weihnachten – Kugeln“. Wenn du eher visuell denkst, hilft zusätzlich ein Symbol, etwa ein gemalter Stern oder Tannenbaum. Oder du gibst allen Weihnachtskisten eine Farbe, die du mit Weihnachten verbindest, zum Beispiel Rot oder Grün. Dann erkennst du sie auf einen Blick.
Noch schneller geht es mit einem Foto vom Inhalt, das du außen auf die Kiste klebst oder dir im Handy unter „Weihnachtsdeko“ speicherst. Dann weißt du auch im November noch, was du hast, bevor du im Laden stehst.
Überleg, wie die Kisten stehen:
Du kannst auch alle vier Seiten und den Deckel beschriften. Das ist mehr Arbeit, und meistens reicht es, wenn die Seite beschriftet ist, die du siehst. Mehr dazu findest du im Artikel Beschriften mit ADHS.
Plane das Wegräumen als festen Termin ein, zum Beispiel am ersten freien Tag nach Neujahr. Trag es in den Kalender ein und stell dir einen Wecker. Sonst steht der Baum schnell bis Februar, weil immer etwas anderes dazwischenkommt.
Vielleicht merkst du beim Wegräumen, dass es nicht nur die Deko ist. Dass auch der Keller, die Schränke oder der Flur eine Runde Aufräumen bräuchten. Der Jahresanfang ist dafür ein guter Zeitpunkt. Wie du so ein Projekt angehst, ohne dich zu übernehmen, steht im Artikel Wo fange ich mit Ordnung an?
Und wenn du lieber in deinem eigenen Tempo lernen möchtest, wie du an Ordnung herangehst:
Genau dafür gibt es den kostenlosen Einstieg in orga:hörnchen, meinen Ordnungskurs zum Selbstlernen. Betrachte ihn als Geschenk von mir an dich: Du lernst in deinem Tempo, wie du an Ordnung herangehst, und entscheidest danach selbst, ob du weitermachen möchtest.
Wunschlisten, Wichteln, ungewollte Geschenke weitergeben und One In, One Out für alles Neue.
Artikel lesen →
Der Wäschekorb-Trick, was Gäste überhaupt sehen und was Übernachtungsbesuch braucht.
Artikel lesen →
Wann du beschriftest, Etiketten ohne Neukauf und Farbcodes, die allen im Haushalt helfen.
Artikel lesen →
Mit Kartons und Dosen starten, richtig ausmessen und erst kaufen, wenn es etwas besser macht.
Artikel lesen →